1. Tag, 15.9.26 – Anreise: Dolce Vita beginnt hier

Florenz braucht keine Einleitung. Die Stadt spricht für sich — in der Sprache der Renaissance, des guten Essens und jener entspannten Leichtigkeit, die man nirgendwo lernen kann, sondern nur erleben muss.
Sie reisen individuell an und haben Zeit für sich: ein erster Spaziergang über den Ponte Vecchio, ein Espresso auf der Piazza della Repubblica, ein stiller Moment vor dem Dom. Im Laufe des Nachmittags treffen wir uns im Hotel — und lernen uns kennen, ganz ohne Programm.
Am Abend führt uns ein kleiner Rundgang durch die Altstadt zu einer Buchetta del Vino — jenen charmanten kleinen Weinausgaben, die seit Jahrhunderten in die Mauern florentinischer Palazzi eingelassen sind. Ein Glas Chianti in der Hand, Pflastersteine unter den Füßen. Das Abendessen in einer typischen Trattoria rundet den Abend ab — mit frischer Pasta und den ersten echten Gesprächen.
2. Tag, 16.9.26 – Die Segel warten

Am nächsten Morgen gehört Florenz noch einmal Ihnen: Shopping, Museumsbesuch oder einfach schlendern. Gegen Mittag brechen wir gemeinsam Richtung Livorno auf. Wir machen Halt an einem toskanischen Weingut mit Weinverkostung und leichtem Mittagessen inmitten von Hügeln und Zypressen.
Schon unterwegs verändert sich die Stimmung langsam: Das Meer rückt näher, die Luft wird mediterraner und irgendwann erscheint sie schließlich – die SEA CLOUD SPIRIT. Schon beim ersten Anblick wird klar, dass diese Reise anders sein wird. Keine herkömmliche Kreuzfahrt. Dafür weiße Segel. Elegante Linien. Viel Holz. Eine Atmosphäre wie auf einer privaten Yacht.
Der erste Abend an Bord ist ein besonderer. Man lernt das Schiff kennen, die anderen Gäste, die kleinen Rituale des Bordlebens. Man stellt fest, dass ein Segelschiff eine eigene Sprache hat — das Knarzen der Takelagen, das leise Schaukeln, die Stille, die gar keine ist. Und man bemerkt: hier fühlt sich alles ein bisschen langsamer an. Ein bisschen richtiger.
Langsam bleibt der Alltag zurück. Vor Ihnen liegen einige der schönsten Küsten des Mittelmeers.
3. Tag, 17.9.26 – Calvi, Korsika: Die wilde Schöne

Korsika ist keine Insel, die sich einem sofort erschließt. Es braucht einen Moment — und dann trifft es einen mit voller Wucht.
Wenn wir am frühen Nachmittag in die Bucht von Calvi einlaufen, liegt die Zitadelle wie eine mittelalterliche Krone auf dem Felsen über dem Hafen. Dahinter: tiefgrüne Bergkuppen, die noch im September nach Macchia duften — nach wildem Rosmarin, Cistus und dem herben Harz der Korkeichen. Das Meer davor: ein Blau, das man so nur hier findet.
Calvi ist das elegante Gesicht der Insel. Eine Hafenpromenade, die zum Schlendern einlädt. Cafés unter Platanen, wo die Zeit anders läuft als anderswo. Ein Gläschen Patrimonio-Wein in der Abendsonne, während die Fischerboote schaukeln und die Zitadelle langsam golden wird.
Korsika ist die überraschende Seele dieser Reise. Die Wildheit, die den Glamour der Riviera erst richtig leuchten lässt.
Wir bleiben bis Mitternacht — und wer den Abend an Land verbringen möchte, wird ihn so schnell nicht vergessen.
4. Tag, 18.9.26 – Ein Tag unter Segeln

Kein Hafen heute. Kein Programm. Nur das Schiff, der Wind und das offene Meer.
Tage unter Segeln sind die heimlichen Höhepunkte jeder Segelreise — auch wenn man das vorher nicht glaubt. Man liegt in der Hängematte auf dem Vorschiff und schaut zu, wie die Segel sich blähen. Man sitzt beim Frühstück und beobachtet, wie die Farbe des Meeres sich verändert — von Graugrün am Morgen zu einem satten, fast unwirklichen Blau am Mittag. Man liest, man döst, man kommt ins Gespräch.
Es ist erstaunlich, wie viel Raum entsteht, wenn äußere Ablenkungen wegfallen. Wie wach man plötzlich für das ist, was direkt vor einem liegt. Das Wasser. Den Horizont. Die Menschen neben einem.
Solche Tage verändern das Tempo in einem. Und das ist, je nach Ausgangslage, das Schönste, was eine Reise tun kann.
6. Tag, 19.9.26 – Portoferraio, Elba: Napoleons Insel

Die Geschichte sagt, Napoleon Bonaparte hat seine Verbannung auf Elba gehasst. Schwer verständlich, wenn man früh morgens in die Bucht von Portoferraio einfährt und sieht, was ihn umgeben hat: smaragdgrünes Wasser, rote Felsklippen, eine kleine Stadt, die sich zärtlich an den Hang schmiegt.
Elba ist entspannt. Elba ist schön, ohne sich dafür anzustrengen. Die Altstadt von Portoferraio hat diesen angenehmen Charakter kleiner toskanischer Inseln — Wäsche zwischen den Häusern, ein alter Mann auf einer Bank, Katzengeklimper auf dem Pflaster. Die Festungsmauern, von denen aus einst der kaiserliche Blick über das Meer ging, rahmen heute ein Panorama, das man sich ins Gedächtnis brennen möchte.
Wer möchte, erkundet die Insel mit dem Fahrrad, zu Fuß oder im Mietwagen — die kristallklaren Buchten im Norden sind nur wenige Kilometer entfernt. Wer lieber im Hafencafé sitzt und schaut, hat es genauso richtig gemacht.
7. Tag, 20.9.26 – Viareggio: Eleganz am Schilfrand

Viareggio hat keinen weltberühmten Namen. Aber wer einmal dort war, weiß: das hier ist das echte Toskana-am-Meer.
Das Bad-Städtchen, das die Italiener seit mehr als einem Jahrhundert lieben, hat diesen eigentümlichen Charme gepflegter Nonchalance. Die lange Promenade mit ihren Badeanstalten im Liberty-Stil, dem Jugendstil der Jahrhundertwende, ist ein Spaziergang durch die Geschichte der dolce vita — ohne Museumsatmosphäre, weil hier einfach noch gelebt wird wie immer. Die Pinien hinter der Strandpromenade rauschen im Meereswind. Dahinter, an klaren Septembertagen deutlich zu sehen: die schneeweißen Flanken der Apuanischen Alpen, aus denen Michelangelo seinen Marmor holte.
Viareggio ist ein langer Atem zwischen zwei Highlights — und ein lohnenswerter dazu. Ein Marktbesuch, ein Mittagessen in einer der alten Trattorie, ein Espresso im Stehen: Toskana, wie sie wirklich ist.
8.Tag, 21.9.26 – Portofino: Das Juwel

Es gibt Orte, über die man so viel gelesen, so viele Fotos gesehen hat, dass man sich fragt: Kann das noch überraschen? Portofino kann.
Der Moment, in dem das Schiff in die kleine Bucht einläuft und die pastellfarbenen Häuser auftauchen — Ocker, Terrakotta, verblasstes Rosa — zwischen grünen Hängen und tiefblauem Wasser, ist einer dieser Momente, in denen man leise denkt: Ja. Genau so.
Die Piazzetta von Portofino ist wohl die bekannteste kleine Dorfkneipe der Welt. An den Tischen sitzen Menschen, die einfach gut aussehen, weil Portofino das irgendwie mit sich bringt — die Luft, das Licht, der Espresso. Man schlendert die Hafenmole entlang. Man schaut auf die Yachten. Man nimmt die Serpentinenstraße hinauf zur Kirche San Giorgio, von wo aus die Halbinsel wie eine Postkarte liegt, die jemand zu schön gemalt hat.
Wir liegen “nur” fünf Stunden hier. Man nimmt mehr mit, als man in fünf Stunden für möglich hält.
9. Tag, 22.9.26 – Sanremo: Blumen, Belle Époque und das Beste des Abends

Sanremo ist der Überraschungsgast auf dieser Route — und oft der, den man am wenigsten vergisst.
Die Blumenstadt an der ligurischen Küste, die dem ganzen Küstenstreifen einst den Namen gab — Riviera dei Fiori — ist ein Ort zwischen gestern und heute. Die alten Grand Hotels an der Küste tragen noch die Patina der Belle Époque, als russische Adlige und englische Lords hier überwinterten. Die Altstadt, La Pigna, windet sich wie ein Labyrinth aus engen Gassen den Hügel hinauf — kühl, schattig, duftend nach Lavendel und frischem Brot.
Wir haben den langen Nachmittag und den Abend. Genug Zeit für einen Marktbummel, für ein Glas Rossese-Wein in einer kleinen Enoteca, für das langsame Ankommen in einer Stadt, die nicht vor Sehenswürdigkeiten schreit, sondern leise erzählt.
Und wenn die Lichter am Hafen angehen und das Schiff im warmen Schein liegt: Das ist Riviera. Das ist genau das.
10.Tag, 23.9.26 – Saint-Tropez: ein Finale, wie aus einem Film

Man könnte meinen, Saint-Tropez hätte seinen Zenit überschritten — zu berühmt, zu besungen, zu sehr Klischee. Man liegt falsch.
Wenn wir am frühen Nachmittag in den Hafen einlaufen, entfaltet sich das Panorama so langsam und so vollständig, wie es nur ein Segelschiff erlaubt: die weiße Hafenmole, die Terrakottadächer der Altstadt dahinter, die Platanen am Place des Lices, wo mittags noch Pétanque gespielt wird wie eh und je. Die Megayachten auf der einen Seite, die bunten Fischerboote auf der anderen — und mittendrin wir, auf einem Schiff, das zu beiden irgendwie gehört und zu keinem ganz.
Saint-Tropez funktioniert am besten abseits der großen Boulevards. In den Gassen der Vieille Ville, die nach Lavendel und frisch gebackenem Baguette riechen. In der kleinen Kapelle mit den Werken der Maler, die hierher kamen, weil das Licht so unglaublich war. An der Pointe du Capo, mit Blick auf ein Meer, das im Septemberlicht fast unwirklich scheint.
Wir bleiben bis Mitternacht. Ein letzter Abend, ein letzter Sundowner, ein letzter Blick auf eine Küste, die man so schnell nicht loslässt.
Reisen hinterlassen Spuren. Diese hier hinterlässt Sehnsucht.
11.Tag, 24.9.26 – Nizza: Ankommen. Innehalten. Weitertragen.

Der letzte Morgen beginnt sanft. Während das Schiff in den Hafen von Nizza einläuft, liegt die Stadt noch im frühen Licht — die Promenade des Anglais, die pastellfarbenen Fassaden der Altstadt, die Hügel dahinter. Ein letztes großes Bild dieser Küste, die uns acht Tage lang begleitet hat.
Nizza ist ein würdiger Abschluss. Die lebhafteste Stadt der Côte d’Azur, die niemals aufhört zu bezaubern — und die gleichzeitig genug Größe hat, um Abschiede leichter zu machen.
Nach der Ausschiffung trennen sich die Wege. Was bleibt, ist schwerer zu beschreiben als eine Route oder eine Reiseliste: das Licht über Portofino, der Duft der Macchia auf Korsika, ein Sundowner irgendwo zwischen Sanremo und Saint-Tropez. Und das leise Gefühl, dass manche Reisen nicht wirklich enden — sondern sich einfach festsetzen.
(Bitte beachten Sie, dass die Ausflüge an den Landtagen nicht im Reisepreis enthalten sind. Ausflüge sind an Bord über die Reederei zubuchbar.)