1. Tag, 28.12.26 – Ankunft, wo das Licht anders ist

Der Anflug auf Nizza gehört zu den schönsten Europas. Die Maschine dreht über dem Wasser ein, unter Ihnen die Bucht, dahinter die Berge, die hier direkt ins Meer fallen. Dann geht die Tür auf, und Sie riechen es sofort: Salz, Pinien, Süden.
Ihre Reiseleitung erwartet Sie bereits. Eine gute halbe Stunde die Küste entlang, dann biegt der Bus auf das Cap d’Antibes ein. Zwischen Pinien und Steinmauern liegt Ihr Hotel.
Zeit zum Ankommen. Zeit, das Zimmer zu beziehen, die Schuhe abzustreifen, dem Meer einen ersten Besuch abstatten. Am Abend sitzen wir zum ersten Mal gemeinsam am Tisch. Gesichter, Namen, erste Geschichten. Sechs Tage liegen vor uns.
2. Tag, 29.12.26 – Erst der Pfad am Meer, dann die Stadt dahinter

Der Morgen gehört dem Kap. Wir spazieren gemütlich die Promenade am Cap d’Antibes entlang, dort, wo die Felsen ins Wasser abfallen und das Meer in einem Blau liegt, für das es im Deutschen kein Wort gibt. Hinter den Mauern zur Linken liegen die Villen, die diesem Fleck Erde seinen Ruf gemacht haben. Rechts nichts als Wasser. Kein Verkehr, kein Lärm, nur Wind und Wellen.
Danach steigen wir in den öffentlichen Bus. Ganz bewusst. Denn so fährt man hier, und ein paar Minuten zwischen Einheimischen sagen mehr über eine Stadt als jede Broschüre.
Antibes empfängt uns mit seinen Wehrmauern zum Meer hin. Bei einem geführten Rundgang gehen wir durch die Altstadt, über den Marktplatz unter dem alten Eisendach, hinauf zum Schloss, in dem Picasso einen Sommer lang arbeitete und einen ganzen Saal voller Bilder zurückließ. Unten im Hafen schaukeln die Yachten. Manche davon sind größer als das Haus, in dem Sie wohnen.
Anschließend gehört der Tag Ihnen. Ein Kaffee auf dem Cours Masséna. Ein Bummel durch die Gassen. Oder einfach ein Platz an der Hafenmauer, an dem man sehr lange sitzen kann.
3. Tag, 30.12.26 – Eine Küste, drei Gesichter

Heute fahren wir gen Osten, dorthin, wo die Riviera am steilsten und am elegantesten ist.
Erste Station ist die Villa Ephrussi. Eine Bankierstochter ließ sich hier ein rosafarbenes Palais auf den schmalsten Punkt der Halbinsel setzen, mit Meer auf beiden Seiten. Neun Gärten legte sie an, jeden in einem anderen Stil, und ihre Gärtner mussten in Matrosenanzügen arbeiten, weil das Grundstück ein Schiff sein sollte. Man kann das übertrieben finden. Man kann auch einfach auf der Loggia stehen und zugeben, dass es funktioniert.
Weiter nach Beaulieu-sur-Mer, wo die Belle Époque noch spürbar ist, und nach Villefranche-sur-Mer, dessen Bucht so tief ist, dass hier früher ganze Flotten ankerten. Die Häuser sind ockergelb, rosa und terrakottarot, die Gassen so eng, dass eine davon überdacht ist. Unterwegs kehren wir gemeinsam ein.
Zum Abschluss Nizza. Die Promenade des Anglais, der Blumenmarkt auf dem Cours Saleya, die schmalen Straßen der Altstadt. In der Nebensaison ist das eine ganz andere Stadt als jene, die man im Sommer erlebt.
4. Tag, 31.12.26 – Über den Dächern der Küste

Heute lassen wir das Meer hinter uns. Die Straße steigt, die Kurven werden enger, Olivenbäume und Zypressen treten an die Stelle der Palmen. Nach wenigen Kilometern liegt eine andere Welt vor uns.
Saint-Paul-de-Vence klebt wie ein Nest auf seinem Felsen, umgeben von einer Mauer, hinter der es nur eine Handvoll Gassen gibt. Künstler haben dieses Dorf entdeckt, lange bevor es jemand sonst tat, und viele sind geblieben. Chagall liegt hier begraben. Vor dem Gasthaus am Ortseingang spielen Männer Boule, so wie sie es seit Generationen tun.
Danach Mougins. Ein Dorf in Schneckenform, das sich um seinen eigenen Hügel windet, mit Blick über die Ebene bis zum Meer. Picasso verbrachte hier seine letzten Jahre. Heute ist Mougins vor allem eines: eine Adresse für gutes Essen. Genau dafür nehmen wir uns Zeit und lassen uns beim gemeinsamen Mittagessen nicht hetzen.
Am Nachmittag geht es zurück ans Kap, mit dem Meer wieder vor der Windschutzscheibe. Zurück im Hotel bleibt Ihnen Zeit für eine Ruhepause, bevor der Abend beginnt.
Und dann feiern wir. Festlich gedeckte Tische, leckere französische Speisen, ein Glas in der Hand. Gesichter, die vor fünf Tagen noch fremd waren und es längst nicht mehr sind. Wir lassen uns Zeit. Es ist die letzte Nacht des Jahres, und sie darf lang werden.
Kurz vor Mitternacht treten wir hinaus. Die Luft ist mild, so mild, dass man den Mantel offen lassen kann. Über der Bucht steigen irgendwo die ersten Raketen. Dann ist es soweit.
Bonne année. Auf ein gutes neues Jahr, am Mittelmeer.
5. Tag, 01.01.27 – Ein Tag, der Ihnen gehört

Heute steht nichts im Programm. Ganz bewusst. Denn die schönsten Urlaubsmomente lassen sich nicht planen.
Ein später Kaffee auf der Terrasse, ein Buch, ein Nachmittag am Wasser. Vielleicht zieht es Sie noch einmal auf den Küstenpfad, diesmal in Ihrem Tempo. Vielleicht fahren Sie mit dem Zug nach Cannes und sehen sich an, worüber die Welt jeden Mai spricht. Oder nach Monaco, wo man in einer halben Stunde vom Fürstenpalast zum Yachthafen hinuntersteigt.
Ihre Reiseleitung berät Sie gern, was sich lohnt und was Sie sich sparen können.
Neujahrsmorgen an der Côte d’Azur
Der erste Morgen des Jahres darf lang sein. Schlafen Sie aus. Das Frühstück wartet.
Draußen liegt eine Küste, die selten so ruhig ist wie heute. Die Läden sind geschlossen, die Straßen leer, und wer unterwegs ist, ist es freiwillig. Ein Spaziergang am Wasser, die Sonne im Gesicht, das Meer neben sich. Für viele unserer Gäste ist genau das der schönste Moment der ganzen Reise.
Kein Programm. Keine Uhrzeit. Nur ein neues Jahr, das ganz langsam anfängt.
6. Tag, 02.01.27 – Au revoir

Ein letztes Frühstück mit frischen Croissants und Café au lait. Ein letzter Gang über die Terrasse, ein letztes Foto, das später nie ganz das zeigen wird, was Sie gesehen haben.
Dann bringt Sie unser Transfer zum Flughafen Nizza. Wieder die Küste entlang, wieder dieses Licht.
Die Riviera bleibt, wo sie ist. Ihre Tage hier nehmen Sie mit.
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