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Frauen ab 30 auf Partnersuche

Wenn Frauen sich mit Mitte 30 auf Partnersuche begeben, gehen sie das Ganze gerne effizient und sehr pragmatisch an. Ihr gut gefüllter Terminkalender verlangt schließlich nach generalstabsmäßiger Organisation. Ein Bericht von der Single-Front.

Wenn Kylie Minogue Datingtipps für Frauen Ende 30 gibt, klingt das so: „Man muss die Augen aufhalten, egal wo man gerade ist. Man sollte nicht auf den einen großen romantischen Moment warten.“

Das hört sich so gar nicht nach dem Glamourgirl an, von dem man annimmt, dass es jeden Mann kriegen kann. Genau da hat die Sache ihren Haken: Kylie Minogue will nicht jeden Mann, sondern einen, der attraktiv ist, ähnlichen Alters, humorvoll, treu, finanziell unabhängig und mit Kinderwunsch. Nicht irgendeinen dahergelaufenen Autogrammjäger. Mit Arroganz hat das nichts zu tun, viel mehr sucht Kylie Minogue einfach einen Partner auf Augenhöhe. Und damit haben Kylie und meine Freundin Karen, 36, Journalistin aus Hamburg, dasselbe Problem.

„Mit 30 sind die meisten Männer weg. Zum Beispiel vergeben an jüngere Frauen“, sagt Eric Hegmann, Autor des vielsagenden Buches „Die Traumprinz-Falle“. Frauen suchen, was Bildung und Beruf angeht, nicht gern unter ihrem eigenen Niveau, und da wird bei Akademikerinnen die Luft schnell dünn. Vor allem, weil die Mitt- und Enddreißigerinnen lieber einen Gleichaltrigen als einen Mittfünfziger hätten. Und da schreckt ein klares Ja auf die Kinderfrage auch noch den letzten Kandidaten ab. Männer haben in dem Alter ja noch unendlich viel Zeit. Die Nachfrage ist also groß und der Markt knallhart. Aber dafür gibt es ja seit einigen Jahren Online-Partneragenturen wie Parship. Da kann man seine Suche strategisch und flächendeckend in Angriff nehmen. Kylie ist dafür zu altmodisch, sagt sie zumindest. Karen nicht. Ihr zweiter Job, neben ihrer Tätigkeit als Journalistin, ist der systematische und straff organisierte Männerfang. Die Investition: 150 Euro für eine dreimonatige Mitgliedschaft bei Parship. Dafür bekommt sie dann – je nach Suchfilter – 600 Partnervorschläge. Deswegen verbringt Karen ihre Freizeit jetzt vor dem Rechner. Zehn Tage nach der Anmeldung tauscht sie mit sieben fremden Männern Nachrichten aus. „Da muss man schon mal Buch führen, damit man nicht den Überblick verliert.“ Karen kommt gern schnell zur Sache: „Ich will nicht ewig hin und her mailen, ich will den Typen lieber schnell treffen.“ Vorausgesetzt, er ist nicht schon beim Schreiben in die Stilfalle getappt. Der schriftliche Ausdruck! Der Humor! Die Grammatik! Man versucht ja tolerant zu sein. „Klappt aber nicht immer“, sagt Karen. Ein Date bekommen nur fünf. Alex am Freitag in der Mittagspause, Tom zum Feierabendbier, und auch am Wochenende stehen Kennenlernverabredungen mit Jens, Micha, Tim an.

Ergebnisorientiert bei der Partnersuche

Aber warum geht sie in der Zeit, die sie jetzt vor dem Rechner verbringt, nicht aus und wartet, bis ihr jemand über den Weg läuft? „Die Typen, die man so trifft, sind ja nicht gefiltert“, antwortet Karen, ohne mit der Wimper zu zucken. Man wisse noch nicht mal, ob sie ebenfalls auf der Suche sind. Es ist nicht so, dass sie kein Herz hätte. Sie ist außerdem intelligent, attraktiv und witzig. Aber ihre Partnersuche – einer von Karens Online-Männern hat es auf den Punkt gebracht – muss man als „ergebnisorientiert“ bezeichnen. „Daran ist nichts verkehrt“, sagt Experte Hegmann, „ein ähnlicher Lebensentwurf ist wichtiger als ein kurzes Strohfeuer. Man muss die Kinderfrage ja nicht ganz am Anfang diskutieren.“ Das sieht Karen anders. Im Zweifel wird der zarte Vogel Romantik von ihr mit dem Vorschlaghammer erledigt, wenn bei dieser Frage keine Einigkeit besteht. Mit einem Lehrer, der meinte, beruflich schon genug mit Kindern zu tun zu haben, machte sie keine zweite Verabredung aus, „obwohl ich ein bisschen verknallt war.“ Auch nicht geheuer war ihr der geschiedene Chemiker, der bei drei vorhandenen Kindern schwor, noch ein viertes zu wollen. „Ich habe dann erst mal einen Blick in die Unterhaltstabelle geworfen.“

Mit Gürteltasche zum Date

„Keine halben Sachen“ ist Karens Motto. Wahrscheinlich hat sie recht: Es gibt ja auch keine halben Kinder. Und sie will keine Affären, sondern den Mann fürs Leben. Aber kann man sein Schicksal so organisieren? Was ist mit dem Kribbeln im Bauch? Nun, auch das gibt es. Allerdings außerhalb der Geschäftszeiten. Mittwochabends bleibt der Rechner aus, Termine werden nicht vergeben. Denn zu der Zeit lief bis vor Kurzem „Grey’s Anatomy“ mit Patrick Dempsey als Dr. Derek Shepherd im Fernsehen. Der sieht in seinem weißen Kittel toll aus und käme nie auf die Idee, mit einer praktischen Gürteltasche vorm Bauch zum Date aufzukreuzen. So wie Jens. Auch Derek Shepherd ist zwar nicht perfekt, aber die Welt leider noch viel weniger. Deshalb wies Karen jeden ignoranten Romantiker ab, der mittwochabends ihre Nummer wählte. Für Hollywoodhelden gelten allerdings ganz eigene Datingregeln. Die Gebrauchsanweisung für amerikanische Alphamännchen wurde von Ellen Fein und Sherrie Schneider geschrieben. Ihr Bestseller „The Rules“ ist Grundlage für alle möglichen Tipps, die man in Frauenzeitschriften zu lesen bekommt: Eine Frau ergreift grundsätzlich nie die Initiative. Ein Mann, der nicht von sich aus nach einer Verabredung fragt, ist eben nicht interessiert. Dass er eventuell schüchtern oder schlecht drauf sein könnte, gilt nicht. Die Autorinnen machen es sich mit ihrem schwarz-weißen Weltbild leicht – und vielen Frauen sehr schwer. Obwohl man einen Hohlkopf, der nur auf „schwer zu kriegen“ steht, eigentlich gar nicht haben will, ist das fragwürdige Erfolgsrezept weit verbreitet. Karen schert sich nicht um solche Ratschläge – und kommt sich trotzdem manchmal seltsam vor: „Da ist dieses unterschwellige Gefühl, irgendetwas falsch zu machen. Als wäre es ein Makel, so zu sein, wie ich nun mal bin.“ Die Schlagworte Partnersuche geht sie nicht nur ergebnisorientiert, sondern auch sportlich an: Unterhaltsamkeit ist eines ihrer Gebote – und die erwartet sie auch von ihrem Gegenüber. Dem teilt sie dann auch schon mal ungefragt mit: „Ich hasse Jacken mit Fellkragen.“ Der Mann ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Gut so, denn nimmt sie sich die Zeit, jemanden zu kritisieren, dann hat der eine Chance: Sie hat den Fellmann in ihr Förderprogramm für aussichtsreiche Lebenspartner aufgenommen. Natürlich hat sie ihm auch klargemacht, dass sie vorerst nicht exklusiv zu haben sei. Dafür gibt es einfach noch zu viele potenzielle Kandidaten in ihrem Internetfach. Andererseits, seit einiger Zeit sagt sie anderen Männern ab und ist ihm, ganz heimlich, treu.

Quelle: Welt-online

Steffen Butzko - Singlereisen Experte von adamare

Steffen Butzko ist Geschäftsführer der best mood events GmbH & Co.KG und betreibt das erfolgreiche Reiseportal adamare-singlereisen.de. Steffen ist Reiseleiter mit Herz und bietet echte, ehrliche und niveauvolle Singlereisen in die schönsten Gebiete der Welt.

Als Single- und Singlereisen-Experte bloggt Steffen regelmäßig rund um beide Themenbereiche, sowohl auf dem Singlereisen Blog als auch auf dem adamare Blog.


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