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Berichte von Alleinreisenden – Teil 4

B. Gerlach, 32 Jahre, Redakteurin, war allein in Thailand, Indien, Mexiko und Spanien unterwegs

Warum kamen Sie überhaupt auf die Idee alleine zu verreisen?
Ich hatte zwischen zwei Jobs einen Monat lang frei und niemand hatte Urlaub, also packte ich meinen Rucksack und flog nach Thailand. Von Freunden wusste ich, dass es sich für eine allererste Solotour bestens eignet.

Hatten Sie vor der Abreise Bedenken oder Ängste?
Ja, schon. Ich war vorher noch nie in Asien und hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Damals gab es zudem noch keine Handys und auch Internetcafés fand man nicht an jeder Ecke, ich befürchtete nicht Kontakt halten zu können. Ich wollte meiner Familie und meinem damaligen Freund mindestens einmal in der Woche ein Lebenszeichen senden.

Muss man sich anders vorbereiten als auf eine Tour mit Begleitung?
Ja, man ist schließlich auf sich allein gestellt und muss gut gerüstet sein. Das gilt insbesondere für die Reiseapotheke und das Geld. Ich achte darauf, ausreichend Notanker zu haben, um immer an Geld zu kommen. Ich nehme etwa Traveller Checks als Reserve mit, falls EC- und Kreditkarte nicht funktionieren sollten.

Welche Vorteile hat eine Solo-Tour?
Für mich ist es Freiheit pur. Ich kann die Tour so gestalten wie ich gerne möchte, kann an einem Ort bleiben, wenn er mir gefällt oder gleich wieder weiter reisen. Außerdem ist es unglaublich spannend, in den Hostels Menschen aus jeglicher Himmelsrichtung zu treffen. Das öffnet den Blick und macht tolerant.

Gibt es auch Nachteile?
Unterwegs krank zu sein ist unheimlich. Man fühlt sich sehr, sehr einsam und je nach Schwere der Krankheit bekommt man auch ein bisschen Angst. Es ist ja keiner da, der einen nachts ins Krankenhaus fahren könnte. Als Frau allein fühle ich mich manchmal etwas in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Allzu dunkle Gassen und abgelegene Winkel am Strand lasse ich lieber aus.

Mit welchen Schwierigkeiten muss man unterwegs rechnen?
Doof angemacht zu werden. Das passiert leider manchmal, aber meist bleibt es bei dämlichen Sprüchen. Und ein Luxusproblem: Einsamkeit zu wollen, aber keine zu bekommen. Gerade auf klassischen Backpackerrouten trifft man in den Hostels immer die gleichen Leute, das kann nach einer Weile ganz schön anstrengend sein.

Erinnern Sie sich an einen besonders schönen Moment?
Vor einem Tempel in Indien lungerten Bettler, darunter viele Kinder. Ein Mädchen bat mich, ein Foto von ihr zu machen. Als ich ihr das Bild auf dem Display meiner Kamera zeigt, war sie total begeistert, holte ihre Geschwister, Eltern, Verwandte. Von allen musste ich Fotos schießen. Am nächsten Tag hat mir die Mutter des Mädchens ungefragt Jasminblüten ins Haar geflochten, als Dankeschön. Das hat mich sehr bewegt.

Sind Sie mal in eine brenzlige Situation geraten?
Nein. Zum Glück!

Reist bei Ihnen ein Talisman mit?
Ein kleiner Elefant, den ich vor Urzeiten mal geschenkt bekommen habe. Mittlerweile fehlen ihm zwar schon die Ohren, aber trotzdem darf er immer wieder mit.

Würden Sie noch mal alleine aufbrechen?
Auf jeden Fall, Alleinereisen erweitert definitiv den Horizont – und macht süchtig nach mehr.

Foto: © adamare Singlereisen
Steffen Butzko, adamare Singlereisen

Steffen Butzko ist Geschäftsführer der best mood events GmbH & Co.KG und betreibt das erfolgreiche Reiseportal adamare-singlereisen.de. Steffen ist Reiseleiter mit Herz und bietet echte, ehrliche und niveauvolle Singlereisen in die schönsten Gebiete der Welt.

Als Single- und Singlereisen-Experte bloggt Steffen regelmäßig rund um beide Themenbereiche, sowohl auf dem Singlereisen Blog als auch auf dem adamare Blog.


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